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Die Geschichte von Wilmersdorf

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Wilmersdorf ist ein Ortsteil im Bezirk Charlottenburg - Wilmersdorf von Berlin.
Der Flächenanteil beträgt 7,16km², Einwohnerzahl aus dem Jahr 2008 betrug  92.815, und die damalige Bevölkerungsdichte war 12.963 Einwohner/km² .

Der Historische Kern von Alt- Wilmersdorf befindet sich an der Wilhelmsaue, die vor fast 250 Jahren als Vorwerk des königlichen Amtes entstand und bis 1974 eine selbstständige Gemeinde war. Bis zu der Fusion mit dem ehemaligen Bezirk Charlottenburg 2001, gab es einen eigenständigen Bezirk Wilmersdorf im Westteil von Berlin. Vermutlich erfolgte die Gründung nach 1220 im Zuge des Landesausbaus der jungen Mark Brandenburg. Wilmersdorf wurde 1293 das erste mal urkundlich erwähnt.
Die damaligen Siedler aus Schwaben, Thüringen, Flandern und Westfahlen lebten vom Landwirtschaftsbau und vom Fischfang,  am Wilhelmsdorfer See, der 1915 nach vielen langen Prozessen zugeschüttet wurde.
Die ersten Berliner erwarben Mitte des 18. Jahrhunderts in der rasant wachsenden Stadt, Land und Bauernhäuser in „Deutsch- Wilmersdorf“, und richteten sich dort Sommersitze in der Wilhelmsaue ein, dem ursprünglichen Dorfkern, der heute zwischen Mehlitz- und Blissestraße liegt. Mitte des 19. Jahrhunderts kauften Bodenspekulanten, Bauinvestoren sowie die auf Raum angewiesene Berliner Ringbahn verschiedenen Großbauern ihre Felder ab, die dank des unerwarteten Geldsegens als „Millionenbauern“, in die Geschichte eingingen.
Auf dem Gelände des zugeschütteten Wilmersdorfer Sees, entstanden Sportplätze, die in den 1920er Jahren in den Volkspark Wilmersdorf mit einbezogen wurden.
Zwischen 1925 und 1928 wurde auf dem Gelände der Badeanstalt, nach Plänen  des Architekten „Jürgen Bachmann“ (1872-1951) der sogenannte „Schrammblock“ erbaut.
Die Wohnanlage, die damals mit einer der ersten unterirdischen Großgaragen hatte ,inklusive Hofterrassen und Vorgärten, füllten das gesamte Viereck zwischen den Straßen „Am Volkspark, Schrammstraße, Hildegartenstraße und Livländische Straße in einem Gebäudezug aus.

Durch eine Stiftung über 3 Millionen Goldmark, ermöglichte eine weitere Millionenbauernfamilie 1911 den Bau eines Waisenhauses, das „Blissestift Waisenhaus“ in der Wilhelmsaue. In dem Waisenhaus, das heute als Historisches Gebäude anerkannt ist, sind verschiedene kommunale Einrichtungen untergebracht, unter anderem eine Kindertagesstätte und die Drogenhilfe „Tannenhof“.
Gleich der Wilhelmsaue liegt auch die Auenkirche aus den Jahren 1895 bis 1897.
Max Spitta ersetzte  die alte Wilmersdorfer Dorfkirche aus dem Jahr 1772, mit einem  neugotischen dreischiffigen Backsteingebäude mit farbigem Christusmosaik über dem Eingangsportal. In der Wilhelmsaue 126 liegt das älteste Haus von Wilmersdorf, das „Schoeler-Schlösschen“ von 1752.

Im 19. Jahrhundert übernahm das Dorf den Namen deutsch Wilmersdorf, zum Unterschied von Märkisch Wilmersdorf bzw. Wendisch Wilmersdorf. Ab den 1. April 1906 erhielt die Gemeinde das Stadtrecht und den offiziellen Namen Deutsch- Wilmersdorf.
Mit dem 1. April 1906 schied Deutsch- Wilmersdorf aus dem Kreis Teltow aus. Und wurde ein selbstständiger Stadtkreis.
Der damals erste und einzige Bürgermeister und nach 1909 auch Oberbürgermeister,
war Ernst Habermann(1866-1958), der bereits seit 1897 das Amt des Gemeindevorstehers innegehabt hatte, und später der Namensgeber des Habermannplatzes wurde.
Ab dem Zeitpunkt um 1912 hatte die Stadt die Bezeichnung Berlin- Wilmersdorf.
Zum 1. Oktober 1920 wurde die Großstadt nach Groß-Berlin eingemeindet, sie hatte damals schon bis zu 139.468 Einwohner gezählt. In der Zeit der Weimarer Republik hatte der Bezirk einen starken jüdischen Bevölkerungsanteil, 1933 betrug er 13.5 %.
Bei den Gymnasialschülern waren 30% des jüdischen Glaubens, dazu gab es 5 jüdische Privatschulen. Es wohnten viele bekannte Künstler und Schriftsteller im Bezirk Wilmersdorf, einige davon waren unter anderen, George Grosz, Egon Erwin Kisch und Arnold Zweig.

Im Jahr 1922, erinnert ein Gedenkstein an den von Rechtsradikalen ermordeten Reichsaußenminister Walter Rathenau, in der Königsallee in Grunewald.
Die jüdische Gemeinde hielt ihre Gottesdienste zunächst in Privatsynagogen ab,
1929 wurde in der Prinzregentenstraße eine große Gemeindesynagoge, die für 2300 Besucher Platz bot. Die Synagoge wurde in der sogenannten „Reichspogromnacht“ vom 9. zum 10. November 1938 von SA - Truppen (Sturmabteilungstruppen) teilweise zerstört, die Reste des Gebäudes wurden 1958 abgetragen. An den dort entstandenen Wohnhäusern erinnert eine Gedenktafel an die Wilmersdorfer Synagoge.
Am Bahnhof Grunewald ließ die Bezirk Wilmersdorf  1991 von Karl Broniatowski ein Mahnmal erschaffen, das an die Berliner Juden erinnern soll, die von hier ab 1941 mit Zügen der Reichsbahn deportiert wurden worden sind.

Die 1930 fertig gestellten St. Gertrauden-Krankenhaus erhielten 1945 Glasmalerrein und Apsismosaik von Charles Crodel nebst Ergänzungen von 1973.

Die Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße ist Weltweit einzigartig.
Sie stammt aus der Zeit der Insellage West-Berlins in den 1970er-Jahren und war der Versuch, die knappen Innenstadtflächen rationell zu nutzen.

Wohnhaus "Schlange"

Rüdesheimer Platz

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